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pix Lehrstuhl für Zellphysiologie
Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt
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RUB » Lehrstuhl für Zellphysiologie » Projekte
pix pix  Signaltransduktion in trigeminalen Neuronen
Physiologische Funktionen des N. trigeminus

Einige für den Organismus schädliche Substanzen können von Tier und Mensch mit Hilfe des somatischen trigeminalen Systems registriert werden. Somit besteht die Hauptaufgabe des trigeminalen Systems darin, den Organismus vor diesen potentiell schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen. Trigeminal wirksame Stimuli induzieren vielfach Schmerzempfinden, was im Allgemeinen zur Vermeidung des Reizes führt. So können mit Hilfe des trigeminalen Systems Veränderungen der Temperatur, mechanische Reize (z.B. Berührungen, Druck), aber auch chemische Substanzen detektiert werden. Eine wichtige Eigenschaft der chemischen Stimuli, die eine trigeminale Antwort induzieren können, ist deren Fettlöslichkeit. Nur so ist es diesen Substanzen überhaupt möglich, die trigeminalen Nervenendigungen im Epithel zu erreichen. Ebenfalls von Bedeutung sind die trigeminal vermittelten Reflexe, wie z.B. die Steigerung der Nasenschleim-und Tränenproduktion (durch scharfes Essen) und der kurzzeitige Abbruch der Atemtätigkeit (z.B. durch Einatmen von Essigsäure). Um auf diese Umwelteinflüsse reagieren zu können, sind die trigeminalen Neurone mit Mechano-(inkl. Proprio-), Thermo-, und Chemorezeptorproteinen ausgestattet. Bislang konnten keine spezialisierten Duftrezeptorproteine nachgewiesen werden. Die polymodalen Neurone des trigeminalen Systems lassen sich vermutlich in trigeminale Subklassen mit unterschiedlichen sensorischen Eigenschaften und Rezeptorausstattungen aufteilen. Trigeminale Fasern können aufgrund ihres Durchmessers und ihrer Myelinisierung unterschieden werden. Im nasalen Epithel kommen zwei Fasertypen vor; unmyelinisierte C-Fasern und myelinisierte Aδ-Fasern. Die trigeminalen Neurone besitzen jedoch nicht nur eine afferente sensorische Funktion, sondern können auch als Effektoren dienen. Neuropeptide wie Substanz P, Tachykinin oder CGRP (calcitoningene-related peptide) kommen in Capsaizin-sensitiven trigeminalen Fasern vor (peptiderge Fasern). Diese Substanzen können bei Stimulation freigesetzt werden und vielfältige Wirkungen haben. Ein Beispiel ist die über die Freisetzung von Substanz P ausgelöste Kontraktion der Pupille nach vorangegangener Stimulation trigeminaler peptiderger Fasern im Auge. Auch eine Beeinflussung der Riechwahrnehmung durch die von trigeminalen Fasern freigesetzten Neuropeptide wird diskutiert.

 

Das trigeminale System vermittelt Duftinformationen

  • Fast jeder Duftstoff in höherer Konzentration besitzt neben der olfaktorischen Komponente (z.B. Menthol, Campher, Zimtaldehyd, Senföl) auch eine trigeminale Komponente (z.B. kühl, frisch, stechend, brennend, warm, prickelnd)
  • Anosmiker können Düfte wahrnehmen und unterscheiden
     
“Thermo-TRP-Kanäle“: Temperatur- und Chemosensoren

 

TRPM8 ist ein Kälte- und Duftrezeptor

Behrend, Hatt et al.

 

 
 
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Letzte Änderung: 3.6.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik