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pix Lehrstuhl für Zellphysiologie
Prof. Dr. Dr. Dr. habil. Hanns Hatt
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RUB » Lehrstuhl für Zellphysiologie » Projekte
pix pix Gerichteter Transport und Internalisierung von Riechrezeptorproteinen
Über die Modulation der Geruchswahrnehmung durch Regulation der Riechrezeptorproteine ist bisher nur wenig bekannt. Es lässt sich aber vermuten, dass auch Anpassungsprozesse auf der Ebene der Geruchsrezeptoren zu plastischen Veränderungen, vor allem in der Empfindlichkeit und der Dauer der Wahrnehmung bestimmter Duftstoffe in Riechneuronen, von entscheidender Bedeutung sind. Für andere Membranrezeptoren, die durch chemische Substanzen aktiviert werden, wie z.B. metabotrope Neurotransmitterrezeptoren oder Liganden-aktivierte Ionenkanäle, ist bereits in einer Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten gezeigt worden, dass bei einer Form der kurzfristigen Plastizität, wie es die Adaptation an einen Reizstoff darstellt, Phosphorylierungsprozesse des Rezeptorproteins wichtig sind. Dadurch werden die Sensoren von ihren nachgeschalteten Signalwegen entkoppelt oder der Ionenkanal in seiner Empfindlichkeit verändert. Langzeitplastizität wird dagegen meist durch die Regulation der Internalisierung und des Recyclings von Rezeptoren von und zur Plasmamembran erreicht, in einer Reihe von Zellen allerdings auch durch eine Proteinneusynthese der Rezeptoren bzw. deren Untereinheiten. Trotz der großen Zahl von Publikationen über olfaktorische Adaptationsprozesse gibt es bisher keine wissenschaftlichen Daten, was mit dem Riechrezeptorprotein nach der Aktivierung durch das Duftstoffmolekül passiert. Erste Hinweise aus Experimenten aus unserem eigenen Labor sprechen dafür, dass der Geruchsrezeptor mitsamt dem noch daran gebundenen Duftmolekül nach Aktivierung des Signalweges aus der Membran entfernt, in intrazelluläre Vesikel eingebaut und durch Recyclingprozesse später wieder zur Zellmembran im funktionsfähigen Zustand zurück transportiert und dort eingebaut wird. Ziel der Arbeiten in diesem Projektbereich am Lehrstuhl ist es, die Internalisierungs- und Recycling-Vorgänge Life und in Echtzeit zu verfolgen. Hierzu ist es notwendig, entweder Fluoreszenz-markierte Rezeptorproteine zu konstruieren oder einen entsprechend markierten Liganden zu benutzen. Anschließend können mit dem zur Verfügung stehenden hoch auflösenden konfokalen Life-Cell-Imaging-Mikroskop an intakten Riechzellen die Rezeptorproteine im Verlauf des Recyclingprozesses verfolgt werden. Darüber hinaus werden Bioluminiszenztechniken eingesetzt, um die Interaktionspartner der Rezeptoren und die Abhängigkeit der Protein-Protein-Interaktionen von Phosphorylierungsvorgängen oder anderen biochemischen Prozessen nachzuweisen. Mithilfe von pharmakologischen Ansätzen kann durch Einsatz von Aktivatoren oder Inhibitoren der Phosphorylierungsvorgänge oder des Recyclingprozesses dann die Bedeutung dieser Mechanismen für die physiologische Riechzellantwort auf einen Duftstoff hin untersucht werden. Vor allem die Verstellung der Empfindlichkeit der Riechzellneurone durch solche Prozesse, aber auch ein Einfluss auf die Dauer der Wirkzeiten von Duftstoffen wären von großem wirtschaftlichen Interesse. Sowohl höhere Sensitivität des Systems, als auch längere Wirksamkeit von Duftstoffen in der Nase würden die Konzentrationen der eingesetzten Substanzen in Artikeln aus dem Bereich der Parfums oder der Wasch- und Reinigungsmittel reduzieren und damit eine erheblich Kostenersparnis bringen.

Hierzu können auch die bestehenden Kooperationen mit Kollegen aus der Proteom-Analytik beitragen. Zur Zeit arbeiten wir an einem experimentellen Aufbau, der es erlaubt, Mäuse unter definierten Duftstoffkonzentrationen für eine frei wählbare Expositionszeit zu halten. Dabei können Zeiten von mehrmals täglich nur wenige Minuten Dufteinsatz bis zu einer 24 Stunden Dauerbeduftung gewählt werden. Die anschließende vergleichende Analyse der Membranproteine (möglichst quantitativ) in den Riechsinneszellen der Mäuse, die unter verschiedenen Bedingungen dem Duft ausgesetzt waren, wird helfen, die Frage zu klären, ob Rezeptoren und Signalkaskadenproteine abhängig vom Duftreizmuster in unterschiedlichen Mengen auftreten oder gar neue, bisher nicht beschriebene Komponenten hinzukommen.

 

Internalisierung und Recycling von Riechrezeptoren nach Duftstimulation

 

 
 
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Letzte Änderung: 27.11.2008| Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik